Es gibt zwei Tage im Jahr, an denen der Tag genauso lang ist wie die Nacht – und das auf der ganzen Welt gleichzeitig. Dieses Ereignis wird als Tagundnachtgleiche bezeichnet. Nach der März-Tagundnachtgleiche am 20.03.2017 werden auf der Nordhalbkugel die Tage wieder länger und die Nächte kürzer – ein deutliches Zeichen, dass der Frühling vor der Tür steht. Auf der Südhalbkugel verhält es sich genau umgekehrt, hier werden die Tage kürzer und die Nächte dementsprechend länger. Erst im September geht es dann mit der Herbst-Tagundnachtgleiche wieder rückwärts. Während der meteorologische Frühling bereits am 01. März beginnt, wird der kalendarische und astrologische Frühling erst mit der Tagundnachtgleiche am 20. März um 11.29 h eingeleitet.

Wenn die Sonne den Äquator wandert

Das als Äquinoktium bezeichnete Ereignis wird fachlich wie folgt definiert: „Das Äquinoktium ist der Zeitpunkt, an dem die geozentrische ekliptikale Länge der Sonne 0° respektive 180° beträgt (Quelle: Äquinoktium)“. Das klingt spektakulär, bedeutet aber eigentlich nur, dass die Sonne direkt über dem Äquator verläuft und damit die Erdhalbkugel wechselt. Die Frühlings-Tagundnachtgleiche wird hierbei als Primäräquinoktium bezeichnet, dabei wandert die Sonne vom Süden in Richtung Norden. Die Herbst-Tagundnachtgleiche wird Sekundär-Äquinoktium genannt, hier überquert die Sonne den Äquator wieder von Norden nach Süden.

Feste und Bräuche zur Frühlings-Tagundnachtgleiche

Es gibt zahlreiche Feste und Bräuche die im Zusammenhang mit der Tagundnachtgleiche stehen. Je nach Land und kulturellem Hintergrund können sich die Feste deutlich unterscheiden. Ziel aller Zeremonien ist es jedoch, den Winter zu vertreiben und dem Frühling den Weg zu bereiten. Der genaue Ursprung dieser Feierlichkeiten kann lediglich vermutet und anhand verschiedener Überlieferungen nachvollzogen werden. Für verschiedenen heidnischen Frühlingsbräuche diente wohl das schottische Ritual „Latha na Cailliche“ als Beispiel. Der Sage nach ist der Festtag der Zeitpunkt, an dem die Macht von der Wintermutter Cailleach, eine irisch-schottische Sagengestalt, an die Frühlingsgöttin „Bride“ übergeht. Im Walisischen wird die Tagundnachtgleiche im März als „Alban Eiler“ bezeichnet. Dieser alten Tradition entsprechend werden die Häuser mit vielen Blumen und Bändern geschmückt. Als Opfer werden gebundene Kränze aus Pflanzen und Kräutern einem lodernden Feuer oder einem fließenden Gewässer übergeben. Damit soll der Winter milde gestimmt und zum Abzug bewegt werden.

Die umstrittene Göttin Ostara

Im Neopaganismus und vergleichbaren Glaubensrichtungen wird das Fest zur Tagundnachtgleiche häufig als Ostara oder Ostera bezeichnet. Hier wird Bezug auf die germanische Göttin Ostara zurückgeführt. In der Wissenschaft ist es jedoch sehr umstritten, ob es tatsächlich eine germanische Göttin dieses Namens gab. Dennoch wird der Name für das Fest häufig auch ohne göttlichen Bezug verwendet.

Frühlingsfeste mit brennenden Strohpuppen

In einigen Regionen werden zu Beginn des Frühlings Strohpuppen auf Marktplätzen oder auf Feldern verbrannt, um so den dunklen Winter endgültig zu vertreiben. Es ist ein Tag, an dem der Sieg des Lichtes über die Dunkelheit gefeiert wird. Solltest du dich zu diesem Zeitpunkt in ländlichen Gegenden aufhalten, wundere dich also nicht, wenn du eine brennende Strohpuppe auf dem regionalen Frühlingsfest siehst. Am besten beteiligst du dich dann direkt an den fröhlichen Feierlichkeiten.

Das Reinigungs- und Frühlingsritual

Wenn du selbst den Frühling willkommen heißen willst, dann kannst du auch bei dir Zuhause ein kleines Ritual durchführen. Damit unterstützt du es, den Winter zu verjagen und dem Frühling die Tore zu öffnen. In den ersten drei Märzwochen solltest du deine Wohnung oder dein Haus gründlich bis in alle Ecken reinigen. Der Frühjahrsputz sollte vor der Tagundnachtgleiche komplett abgeschlossen sein. Nach der weltlichen kannst du dich nun einer energetischen Reinigung widmen. Du kannst dein Haus mit unterschiedlichen Räucherwerken ausräuchern oder du reinigst alles mit magischem Essig. Letzterer soll dich vor unliebsamen Gästen, negativen Einflüssen und Krankheiten schützen. Dein Haus ist dann frei von alten, negativen Energien und die positiven Energien können Einzug halten. Erst nach diesem traditionellen Reinigungsritual solltest du dich wieder dem Leben außerhalb des Hauses widmen. Das Frühlingsfest leitet dann den neuen Zyklus der Natur ein. Alles erwacht und beginnt zu blühen, das Leben zeigt sich nach und nach wieder in den prächtigsten Farben.

Weitere Rituale zur Tagundnachtgleiche

Die Tagundnachtgleiche im März eignet sich auch ganz hervorragend, wenn du Fruchtbarkeitsrituale oder Rituale zur Steigerung der Lebensfreude durchführen möchtest. Am 20. März 2017 befindet sich der Mond in einer abnehmenden Phase, beste Voraussetzunge für diese Art von Ritual. Falls du dir unsicher sein solltest, wie die Rituale durchgeführt werden, kannst du auch eine spirituelle Beraterin um Hilfe bitten. Diese wird das Ritual entweder mit dir gemeinsam durchführen oder dir genaue Anweisungen geben, damit du dein eigenes Ritual praktizieren kannst. Ebenfalls sollen Kartenlegungen am Tag der Tagundnachtgleiche besonders effektiv sein.

 

 

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